Existenzabsicherung Versicherungen

Dienstunfähigkeitsversicherung

3. August 2019

Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist unerlässlich für jeden angehenden Beamten, aber auch für Beamte auf Lebenszeit. Warum? Weil Beamte eine spezielle private Arbeitskraftabsicherung benötigen.

Berufsunfähigkeitsversicherung oder Dienstunfähigkeitsversicherung

in vielen Beratungsgesprächen habe ich festgestellt, das Beamte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben und dadurch der Meinung waren, bedarfsgerecht versichert zu sein.

Doch welche wesentlichen Unterschiede gilt es hier zu beachten und warum ist ein Beamter mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung falsch versichert?

Wer gilt als berufsunfähig:

Definition: „Berufsunfähig ist derjenige der seinen ausgeübten (erlernten) Beruf auf Dauer* infolge von Krankheit (auch Psyche!), Unfall oder altersbedingtem Kräfteverfall nicht mehr zu mindestens 50% ausüben kann.“

*Je nach Versicherungsbedingungen können die festgelegte „Dauer“ bestimmt sein, in der Regel sind es 6 Monate. Die Berufsunfähigkeit wird hierbei in der Regel durch den behandelnden oder vom Versicherer beauftragten Arzt festgestellt.

Wer gilt als dienstunfähig:

Begriff der „Allgemeinen Dienstunfähigkeit“ (gem. §44 BBG):

  • „Die Beamtin oder Beamte auf Lebenszeit ist in den Ruhestand zu versetzen, wenn sie oder er wegen körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung der Dienst- pflichten dauern unfähig (dienstunfähig) ist“
  • „Als dienstunfähig kann auch angesehen werden, … wenn er innerhalb von 6 Monaten mehr als 3 Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass innerhalb weiterer 6 Monate die Dienstfähigkeit wieder voll hergestellt ist.“

Begriff der Speziellen Dienstunfähigkeit (z.B. §116 LBG NRW)

  • Als dienstunfähig kann auch angesehen werden, … wenn er den besonderen gesundheitlichen Anforderungen an seinem Dienst nicht mehr genügt und seine Dienstfähigkeit nicht innerhalb eines Jahres (Polizei in der Regel 2 Jahre, aber unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern) wiederhergestellt werden kann.

Dienstunfähigkeitsversicherung JA oder NEIN

Beamte sind über Ihren Dienstherrn (Bund / Land) versichert und nicht in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) pflichtversichert. Das Beamtenversorgungsgesetz bestimmt somit über den Begriff der Dienstunfähigkeit und es können auch Änderungen während der Dienstzeit erlassen werden oder die Versorgungsgesetze hierzu geändert werden.

Es gilt keine 50% Grenze wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung und diese wird auch NICHT durch die Entscheidung des behandelnden Arztes, sondern vom Dienstherrn auf der Basis des ärztlichen Gutachtens (Amtsarzt) getroffen.

Die Beamtenversorgung ist ein eigenständiges Alterssicherungssystem und umfasst sowohl die gesetzliche Rentenversicherung, als auch die Zusatzversicherung. Jedoch bestehen vor allem in jungen Jahren enorme Versorgungslücken und daher ist die Absicherung durch Dienstunfähigkeit die wichtigste Versicherung für Beamte.

Der Versorgungsanspruch ist in der Dienstzeitverordnung geregelt und besagt das in den ersten 60 Dienstmonaten, bis zur Ernennung zum „Beamten auf Lebenszeit“, keine Versorgungsansprüche (Ausnahme: Dienstunfall /-Beschädigung) bestehen.

Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe

Deshalb sind vor allem Beamte auf Widerruf, sowie Beamte auf Probe im Falle einer Dienstunfähigkeit durch einen privaten Unfall oder eine schwere Krankheit NICHT über den Staat abgesichert!

Bei einem Freizeitunfall oder einer schweren Krankheit folgt die Entlassung und eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Da auch hier, sehr wahrscheinlich, die Wartezeiten für die halbe – oder volle Erwerbsminderungsrente nicht erfüllt ist, ist auch hier eine staatliche Absicherung NICHT gegeben!

Eine „Dienstunfähigkeitsversicherung Referendariat“ für Beamte auf Widerruf und auch für Beamte auf Probe ist somit unerlässlich!    

Erst als Beamter auf Lebenszeit besteht ein Anspruch auf die ungekürzte Beamtenversorgung.

Wer jedoch meint das nach der „Ernennung zum Beamten“ keine Dienstunfähigkeitsversicherung mehr benötigt wird, der irrt sich, denn der Versorgungsanspruch richtet sich auch nach den Dienstjahren / Dienstzeit.

Steigende Einkünfte bei längeren Dienstjahren regeln auch höhere Versorgungsansprüche bei Dienstunfähigkeit, trotzdem wird immer eine durchaus beträchtliche Versorgungslücke vorhanden sein!

Die Ruhestandsversetzung bei Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn / Amtsarzt erfolgt auf Antrag oder durch Zwangspensionierung. Sofern die Dienstunfähigkeit nicht aufgrund eines Dienstunfalls eingetreten ist, erfolgt auch hier ein Versorgungsabschlag und beträgt maximal 10,8 % bei einer Dienstunfähigkeit vor Vollendung des 65. Lebensjahres.

Wie werden Ansprüche aus der Beamtenversorgung ermittelt:

  • Ruhegehaltfähige Dienstbezüge (aktuelle Besoldungsgruppe x Faktor 0,9901)
  • Jährlicher Versorgungsprozentsatz (Faktor)
  • Ruhegehaltsfähige Dienstzeiten

(Geld x Faktor x Zeit)

Der Anteil der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge steigt um einen jährlichen Versorgungsprozentsatz; 1,79375 % (71,75% in 40 Jahren)

Der Beamte muss also 40 Dienstjahre leisten, um dann die maximal möglichen ruhegehaltfähigen Dienstbezüge in Höhe von 71,75% für seine Dienstzeit zu erhalten!

Die Dienstzeiten werden ab der ersten Berufung in das Beamtenverhältnis (Beamte auf Widerruf – BaW) und ab Vollendung des 17. Lebensjahres berechnet, Zeiten des Wehrdienstes werden ebenso angerechnet wie gegebenenfalls Zeiten im privatrechtlichen Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst (ÖD).

Es stellt sich somit eindeutig heraus, das auch Beamte auf Lebenszeit eine Dienstunfähigkeitsabsicherung mit mindestens ca 1/3 der aktuellen Bezüge benötigen!

Auch eine entsprechende zusätzliche private Altersvorsorge für Beamten ist durchaus wichtig da auch hier sich entsprechende Versorgungslücken in der Pension errechnen lassen!

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Natürlich OHNE zusätzliche Maklergebühren und OHNE Maklerhonorar!


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